Bernburg an der Saale


Zuerst möchte ich von meiner Geburtsstadt Bernburg berichten, seiner Geschichte und Entwicklung, von Fürsten und Narren, Hexenverbrennung, Sagen, verdienten Bürgern, Notgeld und vielem mehr. Zum Abschluß noch eine Anmerkung von Ernst Bloch, die ich als bekennender Bernburger nicht kommentieren möchte. Das überlasse ich anderen!
Das Wappen der Stadt Bernburg
In Silber eine rote Burg mit schwarzgefugter Zinnenmauer, offener Rundbogentoröffnung sowie zwei gezinnten Türmen mit goldenen beknauften blauen Spitzdächern und je drei (2:1) Fensteröffnungen, die untere Öffnung rund. In der Toröffnung ein Wappenschild: gespalten, vorn von Schwarz und Gold neunmal geteilt, schräg mit einem grünen Rautenkranz. Zwischen den Türmen auf den Mauerzinnen ein rot gefütterter silberner Spangenhelm - die Spangen golden - mit goldener Krone; die Helmdecken rechts rot/silber; links schwarz/golden. Aus der Krone aufsteigend zwei bekleidete übereck von Schwarz und Gold quadrierte, sich kreuzende Menschenarme, in den Händen grüne Pfauenfedern.

Wappen Bernburg an der Saale

Geschichte

Zunächst eine kurze Zusammenstellung in Textform, anschließend eine ausführliche tabellarische Darstellung sowie ein Stadtporträt aus heutiger Sicht


Für die ersten Ansiedlungen und die spätere Entwicklung zur Stadt dürfte die günstige Überquerung der sich hier verzweigenden Saale ursächlich gewesen sein. Auch die auf dem Berg gelegene Burg mag wesentlich mit dazu beigetragen haben. So entstanden in der Flußniederung nacheinander zwei selbständige, später sogar durch Mauern und Tore getrennte Gemeinwesen: die Alt- und Neustadt. Hinzu kam die anfangs unbedeutende Ansiedlung im Schatten der Burg, die spätere Bergstadt. Im Laufe der Jahrhunderte verschmolzen diese drei Keimzellen und ließen das heutige Bernburg entstehen.
Viele Städte und Gemeinden feiern heutzutage ein tausendjähriges Bestehen. Aber nur bei sehr wenigen kennen wir die tatsächliche Gründungszeit. Meistens wird das Jahr genommen, in dem der betreffende Ort oder die Burg erstmals urkundlich er wähnt werden. Aber auch dieses kann sehr umstritten sein, wie die Stadt Bernburg mit ihrer 800-Jahrfeier im Jahre 1938 und der l000-Jahrfeier von 1961 beweist. Die letztere sei berechtigt gewesen, da der als 'civitas dicitur brandunburg' aufgeführte Ort in der Schenkungsurkunde König Otto I. vom 29. Juli 961 an das Magdeburger Moritzkloster identisch mit unserer Stadt wäre.
Bernburg an der Saale liegt im mitteldeutschen Raum. Vor tausend Jahren aber war die Saale Grenzfluß zwischen Franken und den slawischen Wenden. Zu dieser Zeit spielte das Geschlecht der Askanier eine bedeutende Rolle, sowohl bei der Eroberung des von den Wenden besiedelten Gebietes östlich der Saale, als auch bei den territorialen Machtkämpfen der Fürsten untereinander. Die Askanier waren um das Jahr 1000 Herren von Ballenstedt und wurden die späteren Fürsten von Anhalt. Aus den Annalen der Geschichte erfahren wir von der Burg Bernburg, daß sie bei den Kämpfen zwischen Anhängern der Hohenstaufen und denen der Welfen im Jahre 1138 zerstört wurde. Wiederaufgebaut war sie dann jahrhundertelang Residenz und Wohnsitz des Fürstenhauses Anhalt-Bernburg. Aus der mittelalterlichen Burg mit Wall- und Grabenanlagen von beträchtlichem Ausmaß entwickelte sich im 15. und 16. Jahrhundert eine repräsentative Schloßanlage im Stil der Renaissance. Diese baulichen Veränderungen wurden erst 1721 mit dem neuen barocken Schlossportal und der Steinbrücke abgeschlossen.
Die Entstehung der späteren Stadt Bernburg geht auf drei anfangs völlig selbständige Ansiedlungen zurück. In unmittelbarer Nähe der Burg und am Burgberg bis zum Saaleufer hinab entstand eine kleine dörfliche Siedlung, die spätere Bergstadt. Im Tal, umgeben von den Flußläufen der Saale, hatten sich zwei weitere Ortschaften gebildet. Diese beiden Siedlungen lagen an einer schon damals bedeutsamen Handelsstraße. Der Verlauf dieser Straße ergab sich aus den günstigen Bedingungen für einen Übergang über den Fluß, der sich hier in mehrere Nebenarme teilte und somit eine geringe Wassertiefe aufwies. Trotzdem wird schon im Jahre 1239 von einer Brücke berichtet. 1278 verlieh Bernhard I., Fürst von Anhalt-Bernburg, den beiden im Tal gelegenen Gemeinden das Stadtrecht. Somit wurde die etwas größere mit einem Marktplatz zur Altstadt, und die kleinere wurde die Neustadt. Beide Städte umgaben sich nun mit hohen Mauern und an den Stadttoren wurden Wachtürme errichtet.
Aus dieser Zeit stammen auch die für diese kleinen Gemeinwesen viel zu großen Kirchen. Die St.-Marien-Kirche bildete für die Altstadt den Mittelpunkt, und für die Neustadt war es die St.-Nicolai-Kirche. In der Gemeinde an und auf dem Berg soll schon um 1170 eine romanische Basilika entstanden sein. Diese Kirche war dem heiligen Aegidius geweiht. Erst im Jahre 1461 erhielt die Gemeinde am Berg das Stadtrecht und damit ein eigenes Rathaus.
Nicht geschichtlich belegbar ist der Aufenthalt  von Till Eulenspiegel, der auch in Bernburg seinen Schabernack getrieben haben soll.
Nach dem Roman wurde Till Eulenspiegel um 1300 in Kneitlingen am Elm geboren und starb 1350 in Mölln. Es gibt jedoch keine exakten Belege für die tatsächliche Existenz der historischen Person Till Eulenspiegel.
Eine für die Entwicklung der Stadt bedeutsame Person war Fürst Wolfgang (1508-1566). Als Anhänger Luthers führte er 1526 in Anhalt die Reformation ein. Das katholische Kloster wurde zu seiner Zeit aufgelöst und in ein Hospital verwandelt. Als fürstlicher Bauherr ist sein Name eng mit der Erneuerung eines Teiles der alten Burg verbunden. In seinem Auftrag errichtete der Baumeister Andreas Günter einen repräsentativen Renaissancebau im Nordflügel des Schlosses. 1560 wurde vom Fürst Wolfgang der Bau einer Saaleschleuse angeordnet, im Jahre 1561 erreichte er die Vereinigung von Alt- und Neustadt. Der Zusammenschluß der drei Stadtverwaltungen erfolgte erst 1825.
Aufgrund der günstigen Verkehrswege und der fruchtbaren Umgebung kamen die Einwohner von Bernburg im 16. Jahrhundert zu erheblichem Wohlstand. Sie stellten diesen durch übertriebene Kleidung so sehr zur Schau, daß sich der Rat der Stadt 1587 zur Herausgabe einer »Kleiderordnung« genötigt sah. Wer dagegen verstieß, wurde mit einer Geldbuße belegt, die allerdings für die Reichen der Stadt allenfalls den Wert eines Taschengeldes ausmachte.
Der Dreißigjährige Krieg von 1618 bis 1648 hinterließ sowohl für das Schloß mit seinen Bewohnern als auch für die Bevölkerung schwere Wunden. Mehrmals war die Stadt Mittelpunkt furchtbarer Kämpfe. Hinzu kamen noch Seuchen, die Tausenden von Menschen das Leben kosteten. Erst Ende des 17. und anfangs des 18. Jahrhunderts besserten sich allgemein die Verhältnisse.
Konsequent ging man mit jenen um, denen man Gotteslästerung oder Zauberei andichtete. Sie wurden kurzerhand gefoltert und dem Scharfrichter übergeben. Die letzten drei »Hexen« mußten 1664 in Bernburg sterben. Mit dem Dreißigjährigen Krieg und dem sogenannten »Galla'schen Ruin« war es dann mit der Herrlichkeit in Bernburg vorbei. Man wurde bescheidener und friedlicher. 
Eine rege Bautätigkeit setzte ein. So wurde 1697 der Bau einer neuen Saaleschleuse vollendet und 1706 die erste Steinbrücke über die Saale errichtet. Nur kurz danach beim Bau der nächsten Brücke entstand auf der Talstadtseite ein kolossales Brückenportal. An den Schloßgebäuden wurden weitere Erneuerungen durchgeführt, und auf dem Altstädter Marktplatz baute man im Jahre 1746 ein attraktives neues Regierungsgebäude. Die alte romanische Basilika in der Bergstadt wurde 1752 durch einen spätbarocken Kirchenneubau, jetzt auch Schloßkirche genannt, ersetzt. Eines der schönsten und eindrucksvollsten Bürgerhäuser im Barockstil entstand 1775 in der Breitenstraße für die Grüne Apotheke. Am nördlichen Stadtausgang, dem Neustädter Tor, wurde 1787 aus großen Steinquadern eine Flutbrücke über die Röße gebaut. Zur gleichen Zeit gab es in Bernburg 4018 Einwohner, 2505 in der Talstadt und l513 in der Bergstadt.
Seit 1797 erschien Bernburgs erste Zeitung, der 'Anhalt-Bernburgische Wöchentliche Anzeiger'. Die allmählich einsetzende Industrialisierung machte sich 1806 mit der Gründung einer Papierfabrik am linken Saaleufer bemerkbar. Am rechten Ufer, am Fuße des Schloßberges, folgte 1843 die Eisengießerei und Maschinen-Bauanstalt AG. Wenn Bernburg damals auch nur über einen Sackbahnhof verfügte, so war es seit 1846 immerhin möglich, die Stadt mit der Eisenbahn zu erreichen.
Die Verhältnisse der damaligen Zeit wurden uns durch den Hofmaler und Berater der Herzogin Friederike, Wilhelm von Kügelgen, in seinen bekannten 'Jugenderinnerungen eines alten Mannes' sehr anschaulich überliefert. Er hat damit der Stadt und dem Land Anhalt-Bernburg ein bleibendes Denkmal gesetzt. Ein völlig vergessener Bernburger, der in unserer Stadt geboren und hier das Gymnasium besuchte, sich dann aber seine Verdienste im Schulwesen in Berlin erwarb, ist der Professor August Härtung (1762-1839). Sein 50jähriges Amtsjubiläum war Anlaß, ihm am 8. Mai 1833 den ersten Ehrenbürgerbrief der Stadt Bernburg zu übersenden. Die Verdienste um das Schulwesen des Landes Anhalt-Bernburg wurden einige Jahre später ebenfalls vom Magistrat der Stadt gewürdigt. Der Generalsuperintendent und Oberkonsistorialrat Dr. Theodor Walther erhielt am 13. Juni 1875 anläßlich seines 50jährigen Amtsjubiläums den Ehrenbürgerbrief. In diesem Zusammenhang soll nicht unerwähnt bleiben , daß der Bernburger Magistrat am 3. April 1890 dem Fürsten Otto von Bismarck als Bekundung begeisterter Verehrung ebenfalls den Ehrenbürgerbrief übersandte.
Am Ende des 19. Jahrhunderts vollzog sich im Bernburger Raum eine stürmische industrielle Entwicklung. Neben vielen kleineren Fabriken und Unternehmen stehen die Deutschen Solvay-Werke an erster Stelle. Nach langwierigen Verhandlungen zwischen dem Magistrat und der Kommanditgesellschaft Solvay & Cie. in Brüssel wurde 1881 in Bernburg mit dem Bau einer Sodafabrik begonnen, die sich zur größten Deutschlands entwickeln sollte. Ein ständiges Wachsen der Stadt war damit verbunden.
Im Jahre 1885 wohnten schon 21453 Menschen in den Mauern Bernburgs. Weiteren wirtschaftlichen Auftrieb gab der Steinsalz- und Kalibergbau. Die Teufarbeit für den ersten Schacht des Salzbergbaus in der Nähe Bernburgs begann 1884. Mit allen diesen Vorhaben ist ein Name eng verbunden: Carl Wessel. Vom Verhandlungspartner zwischen der Stadt und den Gebrüdern Solvay bis zum späteren Generaldirektor der Deutschen Solvay-Werke hat er sich stets auch für die Belange der Stadt und deren Menschen eingesetzt. Aus Dankbarkeit und Anerkennung seiner Verdienste wurde ihm 1907 der Ehrenbürgerbrief überreicht. Der Geehrte bedankte sich durch die Schenkung einer beträchtlichen Geldsumme für die Gründung einer nach ihm benannten Stiftung.
Nur sechzig Jahre hatte es bedurft, um Bernburg von einem unbedeutenden Residenzstädtchen in ein blühendes Industriezentrum zu verwandeln. Damit verbunden war ein ständiger Zustrom vom neuen Einwohnern, deren Zahl im Jahre 1910 mit 33695 angegeben wurde.
Im Jahre 1913 wird erstmals Steinsalz gefördert und 1921 ist Beginn der Zementproduktion. Mit der Ausgabe von Notgeld im November 1918 schloß sich Bernburg erst relativ spät den anderen Städten an. Der Bärenzwinger wird 1925 neu gebaut, in gleichen Jahr wird Dröbel und ein Jahr später Roschwitz eingemeindet. Am 31. Mai 1933 rutschten bei Latdorf Kalkteiche der Solvaywerke in die Saale. Eine neue Eisenbetonbrücke verbindet 1935 die Tal- mit der Bergstadt. Nachdem Bernburg im gleichen Jahr wieder Garnisonsstadt geworden ist, erfolgte 1936 die Einweihung des Fliegerhorstes und 1937 nahmen die Dessauer Flugzeug- und Motorenwerke im Zweigbetrieb Bernburg die Produktion der "Ju 52" auf. 
Von 1940-1943 fanden unter dem Decknamen "Aktion 4" Euthanasiemorde in der Landesheil- und Pflegeanstalt statt. 3 Tage, bevor die Amerikaner in Bernburg ohne nennenswerten Widerstand einmarschierten, wurden alle Saalebrücken gesprengt. Am 1. Juli 1945 zogen dann die Russen in Bernburg ein.
Mit einer großen Feier wurde 1961 das 1000jährige Stadtjubiläum begangen. Am 23. 10. 1989 fand das 1. Friedensgebet in der Martinskirche statt, am 3. 11. 1989 versammelten sich ca. 13000 Menschen auf dem Marx-Engels-Platz mit der Forderung nach freien Wahlen.
Das Zementwerk fand 1990 einen neuen Käufer, ebenso erschien im gleichen Jahr die erste Ausgabe der "Bernburger Zeitung" für die Stadt und den Kreis Bernburg. Die Sodawerke gehen 1991 zurück an die "Solvay Deutschland GmbH" und die Stadtwerke werden gegründet. 1992 erfolgt die Privatisierung des Kali- und Steinsalzbergwerkes und die Gründung Kulturstiftung Bernburg. Die Fachhochschule Anhalt, Standort Bernburg immatrikuliert erstmals 1993 Studenten. Nach einer Stichwahl wird am 26. 6. 1994 Helmut Rieche Oberbürgermeister von Bernburg. Am 19. 5. 1995 erscheint letztmalig die Bernburger Zeitung. Riesig war die Resonanz am 1. Sachsen-Anhalt-Tag im August/September 1996 mit 11000 Akteuren und mehr als 200000 Besuchern. Im März 1997 wurde das Bärengehege an alter Stelle wiedereröffnet, und pünktlich zum Sommer war auch am 1. 6. 1997 die Wiedereröffnung "Paradies" mit neuem und erweiterten Märchengarten, für Sachsen-Anhalt eine touristische Attraktion. Bundeskanzler Helmut Kohl besucht im Rahmen seiner Wahlkampfreise am 31.3. 1998 Bernburg und spricht vor mehreren tausend Zuhörern. Im gleichen Jahr kann endlich die neue Annenbrücke dem Verkehr übergeben werden.
Erstmals studieren 1999 über 2000 Studenten an Fachhochschule, Abt. Bernburg. Im Bernburger Tiergarten wird im Juni 2000 ein neues Bärenfreigehege eingeweiht. Am 30. November 2000 wird das letzte Teilstück der Autobahn A 14 für den Verkehr freigegeben, sodaß nun endlich der Transitverkehr an Bernburg vorbeirollt. Helmut Rieche wird am 20. 05. 2001 zum dritten Mal zum Oberbürgermeister von Bernburg gewählt.
Die Feuerwache wird 2002 am Annenwerder neu gebaut. Am 6. 11. 2002 kam es zu einem Großbrand mit Millionenschaden auf dem Betriebsgelände der "Mitgas".
Einweihung der neuen Fußgängerbrücke über die Saale am 3. 10. 2004. Im gleichen Monat wurde die neue Kinder- und Jugendpsychiatrie eingeweiht.
Am 4. Februar 2007 rutsche erneut ein Kalkteich der Solvaywerke ab und verschüttete eine Straße.

Tabellarische Übersicht der Geschichte Bernburg

961

In der Schenkungsurkunde Kaiser Ottos I. vom 29. Juli an das Magdeburger Moritzkloster wird die an der Saale gelegene Siedlung „Brandanburg" erstmals erwähnt.

1138

Zerstörung der Burganlage bei den Machtkämpfen zwischen Welfen und Hohenstaufen und deren Anhängern. Eine nicht unbedeutende Rolle spielt hierbei die Gräfin Eilika, die Mutter Albrechts des Bären.

1186

Aus der nächsten urkundlichen Erwähnung „in domo nostra Berneborch" ist zu schließen, daß die Burg von Albrecht dem Bären bald wieder aufgebaut wurde.

1205

In einer Urkunde des Papstes Innozenz II. wird dem Kloster Nienburg der Besitz von drei Hufen Bernburger Land bestätigt.

1219

Durch erzbischöflichen Erlaß wird für das Müllerhandwerk das „Bernburger Maß" auch für die Stadt Halle eingeführt. Dieser Erlaß ist der älteste Nachweis für eine Saalmühle und damit für den ältesten Handwerksbetrieb in Bernburg, wenn auch unter fürstlicher Obhut.

1228

In einer Schenkungsurkunde Heinrichs I., Graf von Anhalt, wird der Bernburger Priester Waltherus als Zeuge genannt. Es ist deshalb anzunehmen, daß der Bau der Marienkirche schon beendet gewesen sein muß. Die Urkunde mit der Bestätigung, daß die Marienkirche der Altstadt zur erzbischöflichen Diözese Magdeburg gehört, stammt aus dem Jahre 1298.

1239

Zur Zeit Heinrichs I., Graf von Ascharien und Fürst von Anhalt, wird erstmalig eine stabile Brücke über die Saale erwähnt.

1252

Bernhard I. macht als Graf zu Bernburg und Fürst von Anhalt die Burg zu seiner Residenz.

1278

Bernhard I. verleiht am 21. September der Alt- und Neustadt die Bürgerrechtsprivilegien.

1308

Fürst Albrecht I. von Bernburg bestätigt den Marienknechten, deren Kloster vor der Stadtmauer der Neustadt liegt, den Besitz der ihnen übereigneten Mühle zu Molendorf.

1320

In einer Schenkungsurkunde wird erstmalig von einer Schule nahe der Marienkirche berichtet.

1326

Sehr späte erste Erwähnung der in unmittelbarer Nähe der Burg gelegenen Siedlung am Berge.

1341

Erste urkundliche Erwähnung der Nicolaikirche in der Neustadt. Dabei handelt es sich noch um einen viel kleineren Kirchenbau.

1375

Die Aegidienkirche wird erstmalig als Pfarrkirche der Siedlung nahe der Burg erwähnt. Ursprünglich im romanischen Baustil erbaut, dürfte sie schon aus dem 12. Jahrhundert stammen.

1384

Das Rathaus auf dem Altstädter Marktplatz ist urkundlich erst 1384 nachzuweisen, obwohl schon 1278 das Stadtrecht verliehen wurde.

1408

Zerstörung der hölzernen Saalebrücke durch Hochwasser mit starkem Eisgang. Der Neubau einer Steinbrücke erfolgt auf Kosten der Altstadt.

1410

Veranlaßt durch die im Jahre 1408 entstandenen Hochwasserschäden beschließen am 28. September Rat und Bürgerschaft der Alt- und Neustadt eine „Ewige Vereinigung zu gemeinem Nutzen füreinander".

1461

Am 25. März schenkt Fürst Bernhard der Bergstadt-Gemeinde das bis heute erhalten gebliebene Grundstück „Zum alten Ratskeller" als Rathaus.

1526

Fürst Wolfgangs Reformation findet in den Bernburger Kirchengemeinden allmählich Eingang.

1530

Nach Vertreibung der Mönche wird das Kloster der Marienknechte in ein Hospital umgewandelt.

1538

Beginn der Umbauarbeiten zu einem Renaissanceschloß. Im Anschluß an die alten Burgbefestigungen aus dem 15. Jahrhundert wird im Auftrag des Fürsten Wolfgang und unter Leitung des Baumeisters Andreas Günther in der Nordwestecke ein stattliches Gebäude  errichtet, das nach dem Bauherrn Wolfgangbau oder nach dem Architekten auch Andreas-Günther-Bau genannt wird. Besonderes Merkmal sind die dem Saaletal zugewandten beiden Runderker, die diesem Gebäudeteil die Bezeichnung „Leuchte" einbrachten.

1547

Bau des Neustädter Stadttores als Teil der Stadtbefestigung.

1560

Neubau einer Saaleschleuse zur Verbesserung der Schiffahrt.

1561

Nach jahrelangen Bemühungen des Fürsten Wolfgang, die Alt- und Neustadt zu vereinen, erklären sich die Gemeinderäte am 26. März bereit, die Vereinigung zu vollziehen.

1567/70

Unter Fürst Joachim Ernst wird der Wolfgangbau vom berühmten halleschen Architekten und Baumeister Nickel Hoffmann stilvoll und mit großem Einfühlungsvermögen ergänzt. Nach mehrjähriger Bauzeit ist der Joachim-Ernst-Bau, auch Langhaus genannt, mit seinen auf der Hofseite künstlerisch gestalteten zwei Erkern fertig.

1586

Nach dem Ableben Joachim Ernsts übernimmt sein ältester Sohn Johann Georg die Regentschaft über das seit 1570 vereinte Fürstentum Anhalt. Im westlichen Teil des Schlosses entsteht ein weiterer, durch seine betonte Giebelausbildung auffallender Renaissancebau. Begonnen wird dieser Bau von Johann Georg, deshalb Johann-Georgen-Bau genannt, doch vollendet und ausgebaut wird er von Christian I. und darum auch als Christiansbau bezeichnet.

1587

Der Rat der Stadt erläßt eine Kleiderordnung, da sich viele Bürger aufgrund ihres Wohlstandes sehr auffallend kleideten.Wer dagegen verstieß, wurde mit einer Geldbuße belegt, die allerdings für die Reichen der Stadt allenfalls den Wert eines Taschengeldes ausmachte.

1603

Vertragliche Vereinbarung zwischen den Söhnen des Fürsten Joachim Ernst über die Teilung des Landes in vier Teilfürstentümer. Christian I. erhält Anhalt-Bernburg.

1625

Errichtung einer Fürstengruft in der Schloßkirche. Vorher wurden die Mitglieder des Hauses Anhalt-Bernburg in der Klosterkirche zu Nienburg beigesetzt.

1664

Die letzten drei »Hexen« mußten 1664 in Bernburg sterben. 

1686

Als letzte bauliche Ergänzung läßt Victor Amadeus im Ring der alten Burganlage ein barockes Wirtschaftsgebäude an das Langhaus anbauen.

1696/97

Neubau einer Saaleschleuse an neuer Stelle aus Bruchsteinen.

1706/08

Bau einer massiven, auf vier Strompfeilern ruhenden Steinbrücke.

1708

Fürst Victor Amadeus lässt auf der Marktseite der Brücke ein stattliches barockes Portal nach Art eines altrömischen Triumphbogens erbauen und dieses mit seiner Büste und vier allegorischen Figuren schmücken.

1709

Trotz der massiven Bauweise wird die Saalebrücke durch starken Eisgang zerstört.

1710

Wiederaufbau der Brücke in veränderter Bauart auf nur drei Strompfeilern mit vergrößertem Durchlaß für das Hochwasser.

1713

Am 25. Juni wird zwischen Anhalt-Bernburg und Preußen der erste Postvertrag geschlossen. Das Postamt befindet sich im Gebäude Breite Straße Nr. 3, und der erste von Preußen ernannte und besoldete Postmeister ist der Bürgermeister Küster selbst. Neben der Eingangstür hängen sowohl das preußische als auch das anhaltische Postwappen.

1718/21

Mit dem Bau der barocken Schloßportalanlage und einer Steinbrücke über den Graben ist der Schloßbau abgeschlossen.

1730/32

In Ermangelung größerer Räumlichkeiten im Schloß läßt Fürst Victor Friedrich am Ende des Schloßgartens einen zweigeschossigen Barockbau als Orangerie und Stätte für Festlichkeiten errichten.

1741

Die in den Annalen des 30jährigen Krieges erwähnte Waldauer Flutbrücke war aus Holz. Unter Victor Friedrich wird jetzt eine massive Steinbrücke mit sechs runden Bögen und zwei ausladenden Strompfeilern erbaut.

1746

Auf dem Markt der Talstadt entsteht das neue attraktive Regierungsgebäude.

1756

Auf dem ehemaligen Vorschloßgelände läßt Victor Friedrich mit dem Bau einer Reitbahn beginnen, deren Fertigstellung erst im Jahre 1825 erfolgen sollte.

1765

Fürst Friedrich Albrecht verlegt Residenz und Hofhaltung auf das Schloß zu Ballenstedt.

1775

Bau eines der schönsten und eindrucksvollsten Bürgerhäuser im Barockstil für die „Grüne Apotheke" in der Breiten Straße der Talstadt.

1787

Nach nur 46 Jahren ist die Waldauer Flutbrücke baufällig. Der Neuaufbau geschieht mit dem vorhandenen Material bei etwas geänderter Bauweise der Brückenbögen. Als gut erhaltenes Baudenkmal wird die Brücke bei Hochwasser der Saale heute noch genutzt.

1797

Am l. Mai erscheint Bernburgs erste Zeitung unter dem Namen „Anhalt-Bernburgische Wöchentliche Anzeigen".

1799

Der Mittelpfeiler der 1710 erbauten Saalebrücke wird am 26. Februar durch ein gewaltiges Hochwasser zerstört.

1800

Fertigstellung der neuen Brücke. Der zerstörte Strompfeiler wird mit einer 31 Meter langen Holzkonstruktion überbrückt.

1806

Als einer der ersten großen Industriebetriebe entsteht am linken Saaleufer, dem Schloßberg gegenüber, die Papiermühle von Gottfried Hopfer.
Im April wird Fürst Alexius Friedrich Christian von Anhalt-Bernburg von Kaiser Franz II. in den erblichen Herzogstand erhoben.

1825

Am 21. März erfolgt durch landesherrliches Patent die Vereinigung der Talstadt mit der Bergstadt.

1827

Im ehemaligen Schloßbereich neben dem Schloßdomänenhaus wird am 22. März 1826 der Grundstein für das neue Herzogliche Schauspielhaus gelegt. Unter Leitung des Baumeisters Bunge wird dieses Haus im Baustil des Klassizismus errichtet und am 2. März 1827 feierlich eröffnet.

1834

Alexander Carl tritt als letzter Herzog von Anhalt-Bernburg die Regierung an.

1835

In der Talstadt auf dem Grundstück Breite Straße Nr. 14 wird für die jüdische Gemeinde eine Synagoge errichtet.

1842

Am 17 September wird der Höheren-Töchter-Schule der Name der letzten Herzogin von Anhalt-Bernburg, Friedrike, verliehen.

1846

Nach einjähriger Bauzeit wird am l. Dezember die Eisenbahnstrecke Köthen-Bernburg dem Verkehr übergeben. In Bernburg endet die Bahn in einem Sackbahnhof, der in der Gegend des späteren Sedanplatzes entsteht.

1849

Als Folge allgemeiner politischer Verwirrung und Erregung kommt es am 16. März vor dem Regierungsgebäude auf dem Markt zu einer Ansammlung aufgebrachter Menschen, auf die vom Militär geschossen wird. 14 Bürger verlieren dabei ihr Leben.

1850

Das Rathaus auf dem Altstädter Markt brennt in der Nacht vom 16. zum 17 Mai bis auf die Grundmauern nieder.

1852

Erst 1852 erfolgt aus finanziellen Gründen der Wiederaufbau des Rathauses an gleicher Stelle und in den alten Grundstücksmaßen.

1859

Auf Anordnung der Herzogin Friedrike wird im Burggraben des Schlosses für den aus Russland mitgebrachten jungen Braunbären ein Zwinger gebaut.
Auf der ehemaligen Marktbreite der Bergstadt wird mit dem Bau einer Kaserne begonnen, die am l. Dezember 1860 von der Bernburger Garnison bezogen wird.

1863

Der letzte Herzog von Anhalt-Bernburg Alexander Carl stirbt am 19. August im Schloß zu Hoym. Mit ihm erlischt das Bernburger Fürstenhaus.

1865

Mit der Einweihung des neuen Bahnhofs am 10. Oktober wird auch die neue Bahnlinie über die Saale nach Güsten eröffnet.

1867

Weihe der in der Fürstinstraße erbauten St.-Bonifatius-Kirche als eigenes Gotteshaus für die katholische Gemeinde.

1870

Das im Jahre 1708 erbaute Brückenportal wird aus verkehrstechnischen Gründen abgetragen.

1871

Am l. Januar wird das schon im Jahre 806 erstmals erwähnte und bisher immer noch selbständige Dorf Waldau eingemeindet.

1874

Unter Einbeziehung des linken Nachbargebäudes wird auf dem Altstädter Markt das neue Rathaus gebaut.

1875

An der Straße nach Gröna wird die Anhaltische Landes-Heil- und Pflegeanstalt für Geistesgestörte und Nervenkranke eingeweiht.
Zur Erinnerung an die Gefallenen des deutsch-französischen Krieges 1870/71 errichtet man in Bernburg das erste Denkmal. Als „Sedan-Denkmal" wird es am 2. September 1875 feierlich eingeweiht.

1879

Die Bernburger Saalmühle brennt am 7. September bis auf die Grundmauern nieder. Der Wiederaufbau erfolgt erst nach acht Jahren.

1880

Das im Jahre 1547 erbaute Neustädter Stadttor wird aus verkehrstechnischen Gründen abgebrochen.
Am 12. September wird auf dem Talstädter Markt der Springbrunnen mit dem Bronzestandbild des Fürsten Wolfgang von Anhalt-Bernburg feierlich eingeweiht.

1882

Am l. Juni wird der im ehemaligen Schloßgarten errichtete Schulneubau feierlich eingeweiht. Hier wird nun am Karlsgymnasium und an dem aus der Höheren Bürgerschule entstandenen Realgymnasium unterrichtet.

1883

Am 15. Juli erfolgt die offizielle Inbetriebnahme der Solvay-Werke Bernburg. Die Sodaherstellung beginnt.

1884

Als erstes reichsposteigenes Amtsgebäude in Bernburg wird der im historischen Stil der wilhelminischen Zeit errichtete Neubau im Zentrum der Stadt vom Staatssekretär und Leiter des Reichspostamtes Dr. Heinrich Stephan am 7. Dezember feierlich eingeweiht.

1886

Nach über vierjähriger Bauzeit ist die zweite Bernburger Kaserne fertig. Am l. April 1886 wird die Franzkaserne vom II. Bataillon des anhaltischen Infanterieregiments Nr. 93 bezogen.

1887

Die evangelische Gemeinde der Bergstadt erhält eine zweite Kirche. In dreijähriger Bauzeit wird die St.-Martins-Kirche im neugotischen Stil errichtet und am 5. Oktober geweiht.

1891

Die Holzbrücke über die Saale aus dem Jahre 1800 wird durch eine moderne Eisenkonstruktion ersetzt.

1893

Der letzte im romanischen Baustil errichtete Kirchenneubau Bernburgs wird am 14. Dezember der evangelischen Gemeinde Waldau übergeben und dem heiligen Stephanus geweiht.

1894

Der Christiansbau im Schloß und die dort untergebrachte Kreisdirektion werden am 7. Januar durch eine Brandkatastrophe völlig vernichtet.

1895

Auf dem Gelände des ehemaligen Schloßgutes wird für die Kreisdirektion ein neues Verwaltungsgebäude im Renaissancestil errichtet. Am l. Juli wird der als Kreishaus I bezeichnete Neubau seiner Bestimmung übergeben.

1896

Die Stadt ehrt Fürst Otto von Bismarck mit einem Bronzestandbild.

1897

Am l. April fährt in Bernburg die erste elektrische Straßenbahn von der Waldauer Brücke bis zum Ende der Bahnhofstraße.

1901

Wie in vielen anderen Städten wird auch in Bernburg für den 1888 verstorbenen Kaiser Wilhelm I. ein Denkmal errichtet.

1902

Die letzte Herzogin von Anhalt-Bernburg Friedrike stirbt am 10. Juli im hohen Alter von 92 Jahren. In der Fürstengruft der Schloßkirche setzt man sie neben ihrem Gemahl, Herzog Alexander Carl, bei.
Die Bemühungen, Bernburg in den Rang eines Heil- und Kurortes zu erheben, gipfeln am 8. November 1902 in der feierlichen Einweihung des neuen Kurhauses.

1903

Am 30. August wird die zweite Brücke über die Saale eingeweiht. Da sie das als Annenwerder bezeichnete Gebiet durchquert, erhält sie den Namen "Annenbrücke".

1905

Als Ausdruck außergewöhnlicher Verehrung ihrer letzten Herzogin errichten die Bernburger vor der Schloßkirche für sie ein Denkmal.

1909

Am 8. Januar erfolgt der Einzug des Herzoglichen Friedriken-Lyzeums in den Schulneubau Kaiserstraße Nr. 2/4.

1911

Der 1888 errichtete Neubau der Saalmühle wird am 4. August erneut Opfer eines Großbrandes.

1913

Auf der höchsten Stelle des Friedrichshanges lässt Kommerzienrat Theodor Keßler einen 26 Meter hohen Aussichtsturm errichten.

1918

Erstmals Ausgabe von Notgeldscheinen der Stadt Bernburg

1920

Der Kurbetrieb erfüllt nicht die finanziellen Erwartungen und war in den vergangenen Jahren nur durch ständige Zuschüsse der Stadt zu gewährleisten. Da für 1920 wiederum mit großen Verlusten gerechnet werden muß, entschließt sich der Magistrat, den gesamten Kurhauskomplex zu verkaufen. So erfolgt am 15. Juli die Übergabe an die neu gegründete „Kur- und Solbad Aktiengesellschaft Bernburg“.
Der aus dem Jahre 1825 stammende fürstliche Marstall wird zum Kreishaus II umgebaut.

1921

Bernburgs Straßenbahn macht am 19. April ihre letzte Fahrt.
Die 1860 auf dem Karlsplatz erbaute Kaserne wird von der Stadt erworben und unter Leitung des Oberbürgermeisters Gothe zum Rathaus umgebaut.

1926

Am l. Oktober erfolgt die Eingemeindung der Ortschaft Dröbel und genau ein Jahr später die von Roschwitz.

1933

Am 31. Mai rutschten bei Latdorf Kalkteiche der Solvaywerke in die Saale.

1934

Die Saalebrücke aus dem Jahre 1891 muß dem Neuen weichen. Im Januar beginnt man mit dem Bau einer modernen pfeilerlosen Eisenbetonbrücke mit einer Spannweite von 61 Metern. Schon am 31. Dezember erfolgt die Freigabe für den Fahrverkehr.
Parallel zum Brückenneubau wird im Januar der erste Spatenstich für eine neue, größere Schleuse gemacht.

1935

Bernburg ist am 15. Oktober wieder Garnisonsstadt. Das II. Bataillon des Infanterieregiments Nr. 33 zieht in die Franzkaserne und in die an der Aderstedter Straße erbauten Wohnbaracken ein.

1936

Die neuen modernen Infanterie-Kasernen an der Ilberstedter Straße in Waldau sind fertig und werden am 13. Dezember feierlich eingeweiht.

1938

In der Nationalbibliothek zu Paris befindet sich das Schriftstück, in dem von der Vernichtung der Burg der Markgräfin Eilika zu Bernburg im Jahre 1138 berichtet wird. Diese Jahreszahl bildet den Grundstein für die vom 11. bis 19. Juni 1938 veranstaltete 800-Jahr-Feier der Stadt Bernburg.
Im Juni werden in Bernburg 39 766 Einwohner registriert.

Am 11. August findet der erste gelungene Schleusenversuch statt, und am 8. September ist die offizielle Verkehrsübergabe der 20 Meter breiten und 110 Meter langen neuen Saaleschleuse.

1942

Die aus Bronze bestehenden Denkmäler von Fürst Wolfgang, Prof. Hellriegel, Kaiser Wilhelm I. und der Herzogin Friedrike werden zum Einschmelzen abgebaut.

1945

Wenige Tage vor Kriegsende erlebt Bernburg am 11. April den ersten großen Bombenangriff. Das Reichsbahngelände und der angrenzende Friedhof II sind mit Bombentrichtern übersät.
Obwohl die amerikanischen Truppen auf beiden Seiten der Stadt stehen, werden als letzte Wahnsinnstat des Krieges am 12. und 13. April noch alle Saalebrücken gesprengt. Die amerikanischen Truppen marschieren am 16. April ohne nennenswerte Kampfhandlungen in Bernburg ein.

Nach endgültiger Festsetzung der Besatzungszonen durch die Siegermächte verlassen die amerikanischen Truppen am 4.Juli die Stadt. Gleichzeitig rücken sowjetische Einheiten in Bernburg ein.

1947

Durch die Aufnahme von Flüchtlingen und Umsiedlern ist die Einwohnerzahl Bernburgs am l. Juli auf 57 884 gestiegen.

1948

Nachdem drei Jahre lang der Saaleübergang mit einer Kahnfähre zwischen der Mühlstraße und der Fährgasse bewältigt worden war, wird am l. Mai 1948 die erste eiserne Fußgängerbrücke dem Verkehr übergeben.

1961

Seit dem 15. Juni gibt es auf dem Gelände des ehemaligen Flugplatzes zwischen Bernburg und Neugattersleben eine aus dem Institut für Agrarökonomie entstandene Hochschule für Landwirtschaft.
Der Bernburger Heimatforscher Franz Stieler erbringt den Nachweis, daß Bernburg bereits am 29. Juli 961 in der Urkunde Ottos I. erstmalig genannt wird. Eine Tausendjahrfeier der Stadt ist die Folge.

1967

Die Hochschule für Landwirtschart wird am 30. Mai Hochschule für Landwirtschaft und Nahrungsgüterwirtschaft.

1990

Nach Angaben des Meldeamtes zählt die Stadt Bernburg am 30. Juni 40 320 Einwohner.
Am 22. November verlassen die sowjetischen Einheiten die Bernburger Kasernen.

1991/93

Planung und Entstehung großer Gewerbegebiete in und um Bernburg.

1993

Der Landkreis Bernburg bleibt bestehen; die Bürger der Stadt Güsten bekennen sich zum Landkreis Bernburg, der sich dadurch vergrößern kann,

1994 Wahlen zum Stadtrat und zum Oberbürgermeister der Stadt Bernburg. Helmut Rieche wird nach einer Stichwahl Oberbürgermeister.
1995 Letzte Ausgabe der Bernburger Zeitung, 100 Jahre Rathaus "an der Blumenuhr"
1996 Dr. Karl Görner erhält als Erster den "Kunst- & Kulturpreis" der Stadt Bernburg
1997 Bürgerentscheid gegen die Tiefgarage auf dem oberen Karlsplatz, Wiedereröffnung des "Carl-Maria-von-Weber-Theater"
1998 Baubeginn der Tiefgarage am oberen Karlplatz, Wiedereröffnung der neuen Annenbrücke
1999 Eröffnung des Kaufhauses "Galerie" am Karlsplatz sowie die Wiedereröffnung des Freibades Neuborna
2000 Einweihung des Till-Eulenspiegel-Trinkbrunnen in der Wilhelmstraße und Einweihung des Bärenfreigeheges im Bernburger Tiergarten
2001 Helmut Rieche wird erneut Oberbürgermeister von Bernburg
2002 Das Amtsgericht zieht vom Schloß ins Stadtzentrum Liebknechtstraße, Baubeginn der neuen Feuerwache am Annenwerder, Großbrand auf dem Gelände der "Mitgas", 100 Feuerwehrleute im Einsatz, Millionenschaden
2003 Eingemeindung von Aderstedt, neue moderne Sportanlage für den Standort Bernburg der Hochschule Anhalt
2004
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2007
Einweihung des neuen Saaleradweges im Bereich Bernburg, neue Fußgängerbrücke über die Saale bei Gröna, Einweihung der neuen Kinder- und Jugendpsychiatrie

Am 4. Februar 2007 rutsche erneut ein Kalkteich der Solvaywerke ab und verschütteten eine Straße.

 


 

Das Stadtporträt, wie es sich heute darstellt

 

Keine Fieberkurve, sondern die Skyline von Bernburg

 

Kreisstadt:
Einwohner: 34.938 (Stand 01. Januar 2003)
Verwaltungsgemeinschaft mit der Gemeinde Gröna
Gröna: 657 Einwohner; Fläche von 768 Hektar

Stadtteile:
Stadtteile: Dröbel, Neuborna, Roschwitz, Strenzfeld, Waldau sowie der Ortsteil Aderstedt

Größe:
4681 Hektar, bebaute Fläche: 744 Hektar

Lage:
östlich des Harzvorlandes, zwischen einer stark herausgebildeten Harzscholle und im Süden die Leipziger Tieflandsbucht, im Norden grenzt die Magdeburger Börde,

Kartographie:
51° 48' nördlicher Breite und 11° 45' östlicher Länge von Greenwich
Höhenlage [in Meter über NN]:
Stadtteil Dröbel: 59,24; Wasserturmstandort: 99,75m ;
Bahnhof: 72,04; Nicolaikirche: 61,58; Schloss: 89,83;
Friedrichshöhe (Zickzackhausen) 91,94; Rathaus II: 92,74.

Boden:
Löß-Schwarzerde mit wechselnder Mächtigkeit auf Kalksandstein
Ton 22%, Sand 8%, ph > 7, 2,5 - 3% Humus

Natur:
Landschaftsschutzgebiet Saale und LSG Wipperniederung, wichtigster Naturraum ist die Saaleaue Bernburg - Gröna - Aderstedt - Plötzkau

Klima:
Bernburg liegt an der Ostgrenze des Mitteldeutschen Trockengebietes mit 469 ml Nsm, in der Zone des Ostdeutschen Binnenklimas und ist dem Klimaraum des östlichen Harzvorlandes zugeordnet, d.h. Bernburg liegt im Regenschatten des Harzes und ist das trockenste Gebiet Deutschlands.
Die jährlichen Sommerstunden (1500-1600 h/pro Jahr) liegen leicht über dem Durchschnitt Deutschlands. Wichtige Kaltluftgebietsquellen befinden sich über den Saaleauen und der Wipperniederung und angrenzender großer Ackerflächen. Sie beeinflussen positiv das Mikroklima. (aus OECOCART 1997, 77)
Lufttemperatur (Jahresmittel) 9,1°C (Januar: 0,5 °C / Juli 17,5°C)

Verkehr:
im Dreieck der größten Städte des Landes Sachsen-Anhalts: Magdeburg, Halle und Dessau gelegen, ist Bernburg über die Bundesstraßen B185, B71 und B6 erreichbar. Bernburg ist mit Anschlussstellen der A14 im Landkreis Bernburg an das Autobahnnetz angebunden.
Magdeburg und Halle sind weniger als eine halbe Stunde entfernt. Bernburg hat über die Nachbarstädte Güsten und Köthen bundesweiten Bahnanschluss.
Die Saale als potentieller Verkehrsweg ist für eine Reihe von Struktur bestimmenden Unternehmen ein wesentlicher Standortfaktor.
Die Nutzung ist bei einer ständigen Abladetiefe von mindestens 2 Metern ganzjährig möglich. Über die Elbe zum Mittelland-Kanal oder Elbe-Havel-Kanal ist Bernburg auch an das deutsche und internationale Wasserstraßennetz angeschlossen.

Bildung:
Hochschule Anhalt (FH) University of Applied Sciences-Abteilung Bernburg: Fachbereiche LOEL und Wirtschaft
Studienseminar für das Lehreramt an Gymnasien, Einrichtung des Kultusministeriums Sachsen- Anhalt
5 Grundschulen, 4 Realschulen, 1 Gymnasium "Carolinum",
1 berufsbildende Schule mit gewerblich-technisch, kaufmännisch-landwirtschaftliche Ausbildung,
1 Kreisvolkshochschule,
1 Musikschule,
2 Sonderschulen (u. a. für geistig-behinderte Kinder)

Soziale Einrichtungen (Stand: 31.01.2002)
6 Heime mit insgesamt 475 Pflegeheimplätzen,
10 Kurzzeitpflegeplätze,
12 Tagespflegeplätze, weiterhin eingestreute Kurzzeitpflegeplätze
Altersgerechter Wohnraum: insgesamt 100 Wohnungen
6 Sozialstationen
Häusliche Krankenpflege: 5 x privater Pflegedienst
1 städtisches Wohnheim für Obdachlose und Nichtsesshafte, mit einer Kapazität von 35 Plätzen
2 Wohnhäuser mit Schlichtwohnungen
1 Wohnheim für Spätaussiedler, mit einer Kapazität von 74 Plätzen
2 Wohnheime als Unterkunft für Asylbewerber
32 Kinder- u. Jugendspielplätze
12 Sozial- u. Jugend-Freizeiteinrichtungen
19 Kindertagesstätten
7 Grundschulhorte
5 Sozial- u. (stationäre) Jugendhilfe-Einrichtungen

Krankenhäuser:
Klinikum-Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Halle-Wittenberg,
Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Neurologie, mit Kinderabteilung
Waldklinik- Behandlungszentrum für Parkinsonkranke

Kultur:
Ehemaliges Hof-Theater C. M. v. Weber, Kleinkunstbühne Metropol, Kurhaus mit Anhaltiner Säle (Kultur- u. Tagungszentrum),
Museen im Schloss, Bäuerliche Ausstellung mit altem Handwerk und Dokumentation zum Junker-Flugzeugbau in Dessau/Bernburg auf dem Gelände HS-Anhalt (FH),
studentische Veranstaltungen auf dem Campus in Strenzfeld und im Kloster der Marienknechte ( Talstadt )
Gedenkstätte für Opfer der NS-Euthanasie

Sehenswürdigkeiten:
Renaissanceschloss "Krone Anhalt" (1538-1570); Museum Schloss Bernburg im Alten und Krummen Haus; Bärengehege im ehemaligen Burggraben; Schlossterrasse; St. Bonifacius Kirche; Keßlerturm (1903); Markt mit "Altem Haus" (um 1550), herzogliches Regierungsgebäude (1776), altes Rathaus der Talstadt (1384 -1850), Wohnhaus am Markt 15 (Renaissance, verändert 1900); alte Papierfabrik (1805)-technisches Denkmal, heute Wasserkraftwerk; Parforce-Haus (herzogl. Jagdhaus) heute Teil des Parkhotel; Gletschergarten (Saaleeiszeit); Jüdischer Friedhof; Nienburger Stadtturm (15. Jh.); Saalemühle, technisches Denkmal und ältester Wirtschaftsstandort (1300)-heute beherbergt sie ein Wasserkraftwerk; Gedenkstätte für die Opfer der NS-Euthanasie auf den Gelände des Fachkrankenhauses für Psychiatrie und Neurologie; Rathaus mit Kutscherhaus (1895); herzogliche Reitbahn (1756-1825, umgebaut 1919)-heute Rathaus II.; Orangerie (Hochbarock1730) - Fassadenteile an der Turnhalle des Gymnasiums Carolinum (1882); Kavaliershäuser (Barock ); Schenktreppe und altes Rathaus der Bergstadt (1461, verändert um 1570) "Grüne Apotheke" (1775); Kirche St. Marien (Beginn 1300, Gotik ); Servitenkloster der Marienknechte (Bettelmönche)- später "St. Johannis Hospital"; alte fürstliche Kanzlei (Renaissance mit Barock); Kirche St. Nicolai (Mitte1300, Gotik), Neustädter Flutbrücke (1787)-technisches Denkmal; Waldauer Dorfkirche St. Stephani (1200 ); Sattelhof (1658, Spätrenaissance ); Hasen- od. Füllenturm (Reste der Stadtmauer, 15. Jh.); klassizistischer Repräsentationsbau (Palazzo-Stil, 1863); frühbarocke Toranlage (Rest eines Sattelhofes v. 1683); Wasserturm- technisches Denkmal; Wolfgangskapelle (1480, umgebaut 1704); "Stille Post"-Wasserspiel und Skulpturen (1998); Schlosskirche St. Aegidien ( Barock ) mit Doppelgruft der Fürsten und Herzöge von Anhalt - Bernburg, jüngere Linie, bereits in der Romanik Standort eine Burgkapelle; Krummacher Haus (1704); Alte Bibel (alter Friedhof 1551/52 mit barocker Grabkapelle (1743), Ummendorffer- Familien-Gruft, nach 1800 ); Eulenspiegel – Brunnen (1988-2000); Martinskirche (1886/7); Gotisches Haus-neben dem Chor der Marienkirche; Karlskaserne (1858-1918)-heute Kreishaus
Kirche St. Stephan (1827-29, klassizistisch) im Stadtteil Dröbel

Stadtfeste:
Mittelalterlicher Markt mit Walpurgisnacht im Schloss - Ende April;
Rosenfest u. Stadtfest, Ende Mai/Anfang Juni;
Weinmarkt - Weinfest mit Winzern aus bekannten deutschen Weinregionen- letztes Wochenende August;
Historisches Erntefest in Bernburg-Strenzfeld, Ende August;
Till-Befreiung aus dem Eulenspiegelturm des Schlosses am 11.11., 11:11 Uhr, anschließend Rathaussturm;
Weihnachtsmarkt "Heele-Christ-Markt" mit Festeinzug des Knecht Ruprecht, Ende Nov.-Dez.

 


 

Der Kalkrutsch am 31. Mai 1933 bei Bernburg

Eine Schreckensmeldung verbreitete sich in den Vormittagsstunden des 31. Mai 1933 mit Windeseile in Bernburg und der Umgebung. Bei Latdorf hatte sich ein etwa 200 Meter langes und 100 Meter tiefes Stück des 20 Meter hohen Kalkberges - Rückstände der Sodaproduktion der Solvaywerke - gelöst und war in das Flußbett der Saale gerutscht. Das Unglück lief glimpflich ab, es gab nur einige Verletzte. Mehrere kleine Kähne wurden 50 Meter weit auf das gegenüberliegende Ufer geschleudert.
Durch die gleich Eisblöcken aufgetürmten weißen Massen floß die Saale nur noch wie ein kleines Rinnsal. Die Schiffe unterhalb des Kalkrutsches saßen buchstäblich auf dem Trockenen. Um die Hochwassergefahr oberhalb des Flusses abzuwenden, wurden zunächst 200 Arbeitslose mit dem Anlegen von Notgräben beschäftigt. Unterstützt wurden sie dabei vom Freiwilligen Arbeitsdienst. Doch konnten diese Maßnahmen das Hochwasser nicht verhindern.
500 m lange Kalkmassen sperren die Saale Das Freilegen des alten Flußbettes durch Abtransport der zähen Kalkmassen wurde von führenden Beamten und Direktoren als undurchführbar verworfen. Schließlich einigte man sich auf eine Linienführung, die für eine später vorgesehene Regulierung geplant war.
Für die Saaleschiffahrt wurde der Kalkrutsch zu einer Glückstunde, da die berüchtigte Eisenfurt nun nicht mehr den Schiffsverkehr gefährdete. Der alte Verlauf war nicht sehr tief, schmal und durch hochliegende Felsen war die Strömung entsprechend stärker. Das Wäldchen verdeckte die Sicht, es war nur Einbahnverkehr möglich, der damals mittels Signalpfeifen geregelt wurde. Der neue Flußlauf dagegen war wesentlich leichter zu durchschiffen.


Der alte Saalelauf: total zugeschüttet


Der neue Saalelauf (durchgehende Linie)

 

Der Kalkrutsch am 4. Februar 2007 bei Bernburg
Teil von Kalkteichböschung stürzt auf Straße

Am Samstagabend gegen 22:30 Uhr ist die Böschung eines Kalkteichs an der Landstraße 73 zwischen Kleinpaschleben und Nienburg auf einer Länge von mehr als 200 Metern abgerutscht. Austretender wässriger Kalkschlamm und Geröll stürzten dabei auf die Verbindungsstraße zwischen Kleinpaschleben und Nienburg. Die Polizei hat das Gelände u.a. aus einem Hubschrauber mit Wärmekameras abgesucht. Es gibt bislang keine Hinweise, dass Personen zu Schaden gekommen sind.
Der ausgetretene Kalkschlamm geht auf den natürlichen Rohstoff Kalkstein zurück, der für die Herstellung von Soda gebraucht wird. In der Produktion nicht nutzbare Kalkstein-Bestandteile gelangen über Rohrleitungen in wässriger Form zu den Kalkteichen. Es liegen derzeit keinerlei Anhaltspunkte für Schädigungen der Umwelt vor.
Die zuständigen Behörden wurden gemäß des bestehenden Alarm- und Gefahrenabwehrplans benachrichtigt. Polizei und Feuerwehr waren kurze Zeit nach dem Unfall vor Ort. Die Räumarbeiten mit Radladern dauern an. Die Straße wird voraussichtlich einige Tage gesperrt bleiben. Die Ursache des Unfalls ist zum jetzigen Zeitpunkt ungeklärt. Die Produktion des Solvay-Werkes wurde aus Vorsorgegründen deutlich heruntergefahren. – Der Betrieb der Kalkteiche ist auf der Basis von Genehmigungsverfahren von der zuständigen Behörde (Landesverwaltungsamt in Halle) genehmigt. Ein Bestandteil dieser Verfahren sind unter anderem Standsicherheitsgutachten.
Solvay produziert in Bernburg unter anderem Soda und Natriumbicarbonat. Bei der Produktion fällt wässriger Kalkschlamm an. In den Kalkteichen wird das Wasser von den festen Bestandteilen getrennt, um es so zu reinigen.
Soda ist ein unverzichtbarer Bestandteil von Glas – etwa für Fenster oder Gefäße. Natriumbicarbonat wird unter anderem in Wasch- und Reinigungsmitteln, als Feuerlöschmittel oder auch in Lebensmitteln als Backpulver eingesetzt.

Die Bilder sprechen für sich

Hintergrund zum Thema Kalkteiche:

Bei der Produktion von Soda, die insbesondere zur Herstellung von Glas und Waschmitteln benötigt wird, kann der natürliche Rohstoff Kalkstein nicht vollständig umgesetzt werden: Anteile von Mineralien, Kalk und Sanden bleiben übrig und müssen aus dem Produktionsprozess herausgenommen werden – in jedem Soda-Werk.

Soda-Fabriken, die am Meer oder an schnell strömenden Flüssen liegen, können diese natürlichen Feststoffe mit einem Teil des eingesetzten Wassers ohne negative Umwelteinwirkungen in die See oder einen Fluss spülen. Beide Möglichkeiten sind für Solvay am Standort Bernburg von vornherein ausgeschlossen: Die Distanz zur Küste ist zu groß, und die Fließgeschwindigkeit und Wasser-Menge der Saale bei Bernburg ist zu gering, so dass es bei einem Einbringen der gesamten Feststoffe zu einer Verschlammung des Flussbettes kommen würde. Solvay braucht deshalb die Kalkteiche, um die Produktion in Bernburg zu ermöglichen; eine Alternative dazu gibt es nicht.

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Kurzinfo Kalkteiche

Eine völlig ungiftige Lauge
Viel Schlamm gibt es rund um Latdorf in den siebzehn sogenannten Kalkteichen. Aus dem Bernburger Solvay Soda Werk werden die Abwasser nach Latdorf geleitet. Über 10.000 Liter pro Minute! Doch das ganze ist völlig ungiftig. Die Lauge enthält Wasser und Kalk. Und so läuft die Reinigung: Der Kalk setzt sich einfach ab und das klare Wasser wird dann wieder in die Saale gepumpt. Dieses Prozedere läuft schon seit über 100 Jahren hier ab und hat eine bizarre Kalk-Landschaft rund um den Ort hinterlassen.

 


 

Ernst Bloch, (geb. 8.7.1885 Ludwigshafen/Rhein, gest. 4.8.1977 Tübingen) gilt als einer der

wichtigsten deutschen Philosophen des 20. Jahrhunderts. Er bemerkte in seinem Hauptwerk PRINZIP HOFFNUNG einmal gut marxistisch, man solle die alten Burgen und Herrensitze, diese Symbole der Unterjochung und Menschenverachtung, diese Triumphzeichen von Raubrittertum oder sonstigen inhuman erworbenen Reichtums am besten abreißen, niemals jedoch äffisch restaurieren. Nun, das träfe das Schloß Bernburg oder auch die protzigen Orgeln in Süddeutschland!

 

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